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PATELLALUXATION 
 

Eine Patellaluxation (Kniescheibenverlagerung) ist eine häufige orthopädische Erkrankung bei Hunden. Die Kniescheibe springt dabei teilweise oder vollständig aus ihrer Führungsrinne (Trochlea).

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Unbehandelt kann dies zu:

  • Schmerzen

  • Lahmheit

  • Gelenkverschleiß (Arthrose)

  • Einschränkung der Beweglichkeit​

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führen. Durch moderne operative Verfahren kann die Kniescheibe stabilisiert und die Bewegungsfreiheit wiederhergestellt werden. Was passiert bei einer Patellaluxation? Die Kniescheibe gleitet normalerweise in einer stabilen Rinne am Oberschenkelknochen. Bei einer Patellaluxation kommt es zu:

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  • Fehlstellung der Kniescheibe

  • Verschiebung der Zugrichtung der Sehnen

  • Ungleichmäßiger Belastung der Gelenkflächen

  • Langfristiger Abnutzung von Knorpel und Meniskus
     

Die Erkrankung wird in verschiedene Schweregrade (Größe I–IV) eingeteilt, je nachdem, wie häufig die Luxation auftritt und ob sie sich manuell zurückschieben lässt.

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Typische Symptome

  • Lahmheit, oft wechselnd zwischen beiden Hinterbeinen

  • Plötzliche Hüpfer oder „Trippeln“ beim Laufen

  • Schwierigkeiten beim Aufstehen oder Springen

  • Sichtbare Verlagerung der Kniescheibe

  • Schmerzen bei Belastung
     

Diagnostik

  • Orthopädische Untersuchung des Kniegelenks

  • Beurteilung der Kniescheibenführung und der Sehnenzugrichtung

  • Röntgenaufnahmen zur Analyse der Knochenform

  • Bei Bedarf CT oder 3D-Planung für komplexe Knochenkorrekturen

 

Operative Methoden

Die Wahl der OP hängt vom Schweregrad und der anatomischen Ursache ab. Oft werden mehrere Verfahren kombiniert, um eine dauerhafte Stabilität zu erreichen.

 

Trochleaplastik (Vertiefung der Gleitrinne)

Die Knochenrinne, in der die Kniescheibe gleitet, wird vertieft, sodass die Kniescheibe sicher geführt wird.

 

Vorteile:

  • Dauerhafte Stabilisierung

  • Weniger Luxationen nach der OP

 

Keilosteotomie

Bei Fehlstellungen des Oberschenkelknochens oder der tibialen Achse wird ein kleiner Knochenkeil entfernt oder verschoben, um die Zugrichtung der Kniescheibe zu korrigieren.

 

Vorteile:

  • Korrektur der Knochenachse

  • Reduzierung von Fehlbelastung

  • Besonders bei schweren Luxationen (Grad III–IV) sinnvoll

 

Tuberositas-Transposition

Der Ansatz der Kniescheibensehne am Schienbein wird versetzt, sodass die Zugrichtung optimiert wird.

 

Vorteile:

  • Gelenkschonende Methode

  • Verbessert die Biomechanik des Knies

  • Oft kombiniert mit Trochleaplastik

 

Weichteilkorrekturen

Straffung oder Lockerung der Bänder und Muskeln rund um die Kniescheibe zur zusätzlichen Stabilisierung.

 

Vorteile:

  • Ergänzt die Knochenkorrekturen

  • Stabilisiert die Kniescheibe dauerhaft

     

Neuartige OP-Methode: Trochlea-Ersatzimplantat

Bei stark fortgeschrittener Abnutzung des Rollkamms (Trochlea) kann die herkömmliche Trochleaplastik oft nicht mehr ausreichend Stabilität bieten. In solchen Fällen setzen wir ein Trochlea-Ersatzimplantat ein.

 

Funktionsweise

  • Das Implantat ersetzt den stark abgenutzten Knochenbereich der Gleitrinne.

  • Die Kniescheibe läuft wieder in einer stabilen, anatomisch korrekten Rinne.

  • Belastung und Bewegung werden optimal gelenkt, sodass das Risiko erneuter Luxationen minimiert wird.

 

Vorteile

  • Dauerhafte Stabilisierung bei fortgeschrittener Gelenkabnutzung

  • Schmerzreduktion und verbesserte Beweglichkeit

  • Minimalinvasive Fixierung des Implantats

  • Kombination mit Tuberositas-Transposition oder Weichteilkorrekturen möglich

 

Indikation

  • Schwere Arthrose oder Verschleiß des Trochlearollkamms

  • Wiederholte Luxationen trotz früherer Operation

  • Starke anatomische Fehlstellungen, die mit klassischer Trochleaplastik nicht korrigierbar sind

 

Ablauf der Operation

  1. Voruntersuchung & Planung
    Individuelle Analyse von Knochenform, Sehnenzug und Luxationsgrad.

  2. Narkose & Vorbereitung
    Sicheres Anästhesie-Monitoring.

  3. Chirurgischer Eingriff
    Kombination der passenden Verfahren (Trochleaplastik, Keilosteotomie, Tuberositas-Transposition, Weichteilkorrekturen).

  4. Aufwachphase
    Engmaschige Überwachung, Schmerzmanagement, Stabilisierung des Kniegelenks.

 

Nachsorge & Heilungsverlauf

  • Kontrollierte Bewegung und schrittweise Belastung

  • Schmerztherapie

  • Wundkontrollen

  • Bei Bedarf Physiotherapie

  • Regelmäßige Nachkontrollen, um die Stabilität zu überprüfen

 

Erwartetes Ergebnis: Die meisten Hunde erreichen eine schmerzfreie Beweglichkeit und eine deutlich reduzierte Luxationsrate.

 

Prognose

Mit der richtigen Kombination aus Knochen- und Weichteilkorrekturen kann die Kniescheibe dauerhaft stabilisiert werden. Ziel ist eine normale Belastung, Schmerzfreiheit und langfristige Gelenkgesundheit.

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