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KREUZBANDRISS
 

Ein Kreuzbandriss zählt zu den häufigsten orthopädischen Erkrankungen beim Hund und führt zu einer schmerzhaften Instabilität des Kniegelenks. Unbehandelt kommt es in kurzer Zeit zu fortschreitenden Gelenkschäden und Arthrose.

Durch moderne chirurgische Verfahren können wir die Stabilität des Kniegelenks wiederherstellen und Ihrem Tier zu einer deutlich besseren Lebensqualität verhelfen.

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Was passiert bei einem Kreuzbandriss?

Das vordere Kreuzband verhindert, dass der Unterschenkel nach vorne gleitet und stabilisiert das Kniegelenk. Reißt dieses Band – vollständig oder teilweise – kommt es zu:

  • Instabilität im Kniegelenk

  • Schmerzen und Entzündung

  • Fehlbelastung

  • Schneller Arthroseentwicklung
     

In den meisten Fällen handelt es sich nicht um ein plötzliches Trauma, sondern um eine schleichende degenerative Erkrankung des Bandes. Häufige Begleitverletzung: Verletzungen des medialen Meniskus

Wissenschaftliche Studien zeigen, dass bei Kreuzbandrissen sehr häufig auch der mediale Meniskus geschädigt ist. Diese halbmondförmige Knorpelscheibe wirkt als Stoßdämpfer im Kniegelenk. Ist der Meniskus verletzt, kann dies zu:

  • Anhaltenden Schmerzen

  • Blockaden im Gelenk

  • Verzögerter Heilung

  • Schlechteren Langzeitergebnissen

führen.

Aus diesem Grund wird das Kniegelenk bei uns – wenn möglich – arthroskopisch beurteilt, um Meniskusverletzungen sicher zu erkennen und direkt zu behandeln.
 

Typische Symptome

  • Plötzliche oder schleichende Lahmheit

  • Entlastung des betroffenen Beines

  • Schwierigkeiten beim Aufstehen

  • Vermeidung von Treppen und Sprüngen

  • Muskelabbau am betroffenen Bein

  • Schmerzreaktionen bei Bewegung
     

Diagnostik

Eine exakte Diagnose ist entscheidend für den Therapieerfolg. Dazu gehören:

  • Orthopädische Untersuchung

  • Spezielle Stabilitätstests

  • Röntgenaufnahmen zur Beurteilung von Arthrose und Gelenkstellung

  • Bei Bedarf arthroskopische Diagnostik
     

Unsere OP-Methode: TPLO (Tibial Plateau Leveling Osteotomy)

Die TPLO ist ein biomechanisches Operationsverfahren, bei dem der Winkel des Schienbeinplateaus verändert wird. Dadurch werden die Schubkräfte im Kniegelenk neutralisiert und das Gelenk bleibt auch ohne funktionierendes Kreuzband stabil. Diese Methode gilt heute als Goldstandard für mittelgroße bis große Hunde.

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Vorteile der TPLO:

  • Sehr hohe Stabilität

  • Hervorragende Langzeitergebnisse

  • Frühe Belastbarkeit

  • Besonders geeignet für aktive Hunde

  • Reduziertes Risiko für Folgeschäden
     

Arthroskopisch assistierte TPLO:

Bei Bedarf führen wir die TPLO arthroskopisch assistiert durch. Dabei wird das Kniegelenk zusätzlich mit einer Kamera untersucht.

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Vorteile:

  • Sichere Beurteilung des Meniskus

  • Sofortige Behandlung von Begleitverletzungen

  • Minimalinvasiver Zugang

  • Geringere Gewebeschädigung

  • Schnellere Erholung

 

Ablauf der Operation

  1. Individuelle OP-Planung
    Anhand von Röntgenbildern und klinischer Untersuchung.

  2. Schonende Vollnarkose
    Mit modernem Monitoring aller Vitalparameter.

  3. Chirurgischer Eingriff
    Durchführung der TPLO, bei Bedarf arthroskopisch assistiert.

  4. Aufwachphase
    Engmaschige Überwachung durch unser Fachpersonal.

 

Nachsorge & Heilung

Der langfristige Erfolg hängt maßgeblich von der Nachsorge ab:

  • Kontrollierte Bewegung

  • Schmerzmanagement

  • Regelmäßige Nachkontrollen

  • Schrittweise Belastungssteigerung

  • Bei Bedarf Physiotherapie

 

In der Regel ist nach ca. 8–12 Wochen eine deutliche Verbesserung der Belastbarkeit zu erwarten.

 

Prognose

Mit der TPLO und einer konsequenten Nachsorge erreichen die meisten Hunde wieder eine sehr gute Gelenkfunktion und Lebensqualität. Ziel ist nicht nur Schmerzfreiheit, sondern eine stabile, belastbare Gliedmaße.

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CBLO – eine Alternative zur TPLO

Die CBLO (CORA-based leveling osteotomy) ist eine Weiterentwicklung der klassischen TPLO-Technik. Auch hier wird der Neigungswinkel des Schienbeinplateaus korrigiert, jedoch unter Berücksichtigung der individuellen anatomischen Achsen des Knochens.

 

Vorteile der CBLO:

  • Anatomisch präzisere Korrektur

  • Geringere Veränderung der Beinachse

  • Reduziertes Risiko von Achsabweichungen

  • Sehr gute Langzeitstabilität

  • Ebenfalls biomechanische Neutralisierung der Schubkräfte

 

Die CBLO eignet sich insbesondere bei bestimmten anatomischen Voraussetzungen und wird individuell nach präziser Planung eingesetzt.

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Warum biomechanische Methoden überlegen sind:

Im Vergleich zu klassischen Bandersatzverfahren bieten TPLO und CBLO entscheidende Vorteile:

  • Dauerhafte Stabilität

  • Frühere Belastbarkeit

  • Bessere Langzeitergebnisse

  • Geringeres Risiko für Folgeschäden

  • Besonders geeignet für aktive und größere Hunde

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Seitliche Haltebandtechnik (Lateral Suture Technique)

Für kleine Hunde und Katzen ist die TPLO oft nicht notwendig. Bei diesen Tieren setzen wir häufig die seitliche Haltebandtechnik ein, auch „extrakapsuläre Stabilisierung“ genannt.

Funktionsweise

Das Verfahren ersetzt das gerissene vordere Kreuzband durch ein stabiles synthetisches Band, das außerhalb des Gelenks verläuft. Dieses Band wird so befestigt, dass es die natürliche Bewegung des Knies nachahmt:

  • Stabilisiert das Gelenk in der Belastungsrichtung

  • Verhindert das nach vorne Gleiten des Unterschenkels

  • Entlastet das verletzte Kreuzband und schützt die Menisken
     

Ablauf:

  1. Das Knie wird in der korrekten Beugung fixiert.

  2. Ein robustes, biokompatibles Band wird seitlich am Gelenk angebracht und straff gespannt.

  3. Das Band übernimmt die Stabilisierung, ohne das Gelenk zu blockieren, sodass natürliche Bewegungen möglich bleiben.
     

Vorteile:

  • Minimalinvasiv und gewebeschonend

  • Kürzere OP-Dauer

  • Geringeres Narkoserisiko bei kleinen Tieren

  • Schnelle postoperative Mobilisation

  • Sehr gute Langzeitergebnisse bei kleinen Hunden und Katzen
     

Hinweise:

  • Begleitverletzungen wie Meniskusschäden müssen ggf. separat arthroskopisch behandelt werden

  • Regelmäßige Nachkontrolle ist wichtig, um die Stabilität des Bandes und die Heilung des Gelenks zu überprüfen

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