Hundehaltegesetz OÖ Stellungnahme Dr.L.Pfeil

Stellungnahme zur Vorlage der OÖ Landesregierung betreffend Landesgesetz, mit dem das OÖ Hundehaltegesetz geändert wird. 

(OÖ Hundehaltegesetz-Novelle 2006)

Vorbemerkung:

Die Vorlage ist keinesfalls geeignet, Rechtsvorschriften für Hundehalter zu vereinfachen, dem Tierschutzgedanken Rechnung zu tragen, und das Zusammenleben zwischen Hundehaltern und NICHTHUNDEHALTERN zu fördern. 

Im Gegenteil: Auf Grund der weiter komplizierten und teils unverständlichen Gesetze und in bestimmten Geltungsbereichen des Landes unterschiedlichen Verordnungen wird die Hundehaltung immer mehr zu einem Slalom im „Gesetzesdschungel“, wo selbst erfahren Verwaltungsjuristen unterschiedliche Interpretationen zulassen. 

Zudem haben es die Gemeinden in überwiegender Zahl bis heute verabsäumt, der im Landesgesetz vorgesehenen entsprechender Verpflichtung nachzukommen und sogenannte „Freilaufzonen“ für Hunde in ihrem Gemeindegebiet zu bestimmen. 

Die ständige Leinenpflicht bei Hunden lässt keine ausreichende Sozialisierung der Hunde zu, und Hunde reagieren dann bei Aufeinandertreffen überaus aggressiv.

Eine extreme Zunahme an Anzahl und Schwere der Bissverletzungen in den letzten 3 Jahren musste festgestellt werden. 

Ständiger Leinenzwang ist eine Form der Tierquälerei !!!!!

Auf die unterschiedlichen Fristen bezüglich Anmeldung von Hunden bei der Gemeinde wurde weiterhin keine Rücksicht genommen. Tierseuchengesetz versus Landesgesetz. 

Was gilt nun ???

Auch ist die Gesetzesvorlage weltfremd: mir ist kein Züchter bekannt, der vor Abgabe seine Welpen einzeln bei der Gemeinde angemeldet hätte !!!

Eine bundesweite Regelung für die Haltung von Hunden muß das erklärte Ziel sein. 

Die Mitwirkung der Bundesbehörden (Polizei) bei der Überwachung des Landesgesetzes ist nach wie vor ein „Wunschtraum“ und keinesfalls abgesichert. 

Zu Art. I Z.6 (§ 3 Abs. 1 a und 1b):

….Da im Tierheimen nur fachkundiges Personal beschäftigt ist, kann der erweiterte Sachkundenachweis entfallen…..

Die flächendeckende Beschäftigung von fachkundigem Personal in Tierheimen ist weiters ein „Wunschtraum“ und bis dato eher die Ausnahme. 

Zu Art.I Z 9 (§§6Abs.6 und 15 Abs.1 Z. 7a):

Nähere Vorschriften über die Beschaffenheit der Leine und Maulkorb: 

Leinen mit extrem kurzer Länge engen den Freiraum des Hundes weiter ein. 

Maulkorb: Wer entscheidet, welches Hundemaul für einen Maulkorb nicht geeignet ist ???

Ab wann soll von einem Tierarzt Atemnot bei ständigem Maulkorbtragen per Attest festgestellt werden ??? Ständiger Maulkorbzwang vermindert von sich aus schon den genügenden Sauerstoffaustausch und verursacht somit Herz und Atemwegserkrankungen !!!!

(Bei jedem Gassigehen sollen alle entsprechenden gesundheitlichen Atteste mitgeführt werden…….!!!!)

Hunde die am Arm getragen werden brauchen keinen Maulkorb oder Leine:

Diese Regelung falls sie kommen sollte ist kontraproduktiv: 

Auch kleine Hunde werden am Arm ihres Besitzers stark und veranlassen größere Hunde am Hundehalter hochzuspringen und eine Rauferei zu beginnen.

Es gibt viele gerichtliche Prezedenzfälle, wo in einem solchen Falle der Hundehalter, welcher den Hund am Arm gehabt hatte, wegen nicht „artgerechter“ Hundehaltung zum Mitverschulden verurteilt worden ist. 

Eine bundesweite Regelung über das Halten von Hunden, welche auch dem Tierschutzgedanken entspricht, ist ein gebot der Stunde.

Es müssen unbedingt Experten in Hundefragen bei dieser Thematik beigezogen und diese ausreichend berücksichtigt werden.

Letzteres ist weder beim bestehenden Hundehaltegesetz ÖO noch beim vorliegenden Entwurf geschehen. 

Dr. Leopold Pfeil

Tierarzt

Universitätslektor

Gerichtlich beeideter und zertifizierter Sachverständiger für Veterinärwesen 

Steyr, 10.02.2006




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